Interview: Pat Weazle über sein Solo-Projekt „Renegade“

Band / Künster: Renegade / Pat Weazle
Genre: Heavy / Power Metal
Herkunft: Bochum / Deutschland


Andreas (Metalfire-FM):
Hallo Pat, schön dass du Zeit gefunden hast uns ein paar Fragen zu beantworten.
Pat Weazle:
Moin Andreas! Klar, gerne und danke für die Möglichkeit, mit dir zu quatschen!

Andreas (Metalfire-FM):
Bevor wir loslegen über deine musikalischen Aktivitäten zu reden, sei doch so gut und stell dich kurz unseren Hörern vor.
Pat Weazle:
Aber gern! Ich bin Pat, 31 Jahre alt, Familienvater und Ravenclaw. Ich liebe lange Spaziergänge, Sonnenuntergänge,… ach nee, Mist, falscher Zusammenhang.
Ich mag Einhörner und Whisky. Und das meine ich absolut ernst.

Andreas (Metalfire-FM):
Erzähle uns mal, wie bist du zu Musik gekommen?
Pat Weazle:
Das ist einfach, im Wesentlichen durch meinen älteren Bruder. Meine Mutter hörte schon immer viel guten Classic Rock (Golden Earring, CCR, Status Quo, Deep Purple), das hat uns natürlich schon früh geprägt. Mein Bruder hat mir dann auch wirklich diverse Bands nahegebracht und vorgespielt und nicht zuletzt macht er selbst seit unzähligen Jahren Musik (aktuell bei den Bremer Bands Helliön, Scenery, Hollywood Tease, The Rockalots,…).
Und dann kam natürlich der „klassische Werdegang“ von der Blockflöte zur Gitarre.

Andreas (Metalfire-FM):
Gebürtig in Bremen hat es dich nach Bochum verschlagen, waren es musikalische Gründe die dich dazu bewegten?
Pat Weazle:
Ich würde jetzt am liebsten „ja“ sagen, weil das bestimmt ein cooles Image ergäbe (lacht). Aber nein, es waren private und berufliche Gründe. Ich habe meinen Zivildienst in NRW absolviert und bin dann im Großen und Ganzen hier hängen geblieben. Das bereue ich auch absolut nicht, ich habe hier einen wundervollen Freundeskreis, eine traumhafte Familie und nicht zuletzt ein gutes Netzwerk von Musikern und Veranstaltern.

Andreas (Metalfire-FM):
Renegade dein Bandname, der lässt vermuten, das er irgendeinen Bezug auf HammerFall hat oder wie kam der zustande?
Pat Weazle:
Tatsächlich hat er was mit der Fernsehserie mit Lorenzo Lamas zu tun („Renegade – Gnadenlose Jagd“, lief in den 90ern)! Ich trug in meiner Schulzeit öfters einen Ledermantel, der mir diesen Spitznamen eingebracht hat. In unserer damaligen Schulband habe ich den Spitznamen als „Künstlernamen“ weiterverwendet und es bot sich einfach an, unter diesem Namen auch weiter Musik zu machen.
Sonderlich originell bin ich damit nicht wenn man mal bei Amazon, Spotify oder Google Play schaut, gibt es da gefühlt Hunderte von Musikern aus sämtlichen Genres, die sich diesen Namen geben… aber gut. Damit komme ich klar.

Andreas (Metalfire-FM):
Musiktechnisch bewegst du dich ja im Heavy/Power Metal Bereich, welche Genre Größen haben dich, in welcher Form auch immer, in deinem Schaffen beeinflusst?
Pat Weazle:
Den größten Einfluss haben mit Sicherheit die Hamburger Bands wie Helloween und Gamma Ray. Mit Ausnahme des Gesangs (ich selbst komme einfach nicht so hoch und Gastsängerin Jule ist da doch eher im rauen Bereich unterwegs) kann man viele Trademarks erkennen – sei es im Songaufbau, der Modulation, dem Einstieg ins Gitarrensolo… Aber ich versuche, Einflüsse nicht nur aus dem Powermetal (Gloryhammer, Blind Guardian, Stratovarius), sondern auch aus anderen Genres zu verarbeiten. Pop-Einflüsse hörst du zwar eher selten, aber Inspirationen aus Musicals, klassischer Musik oder auch Rock’n’Roll kommen immer mal wieder durch. Gerade der Classic Rock ist da ein recht häufiger Begleiter, weshalb ich selbst meine Musik am liebsten als „Rock Metal“ bezeichne.
Das aktuelle Album ist natürlich auch ein wenig von Tobias Sammets Avantasia geprägt. Die ersten beiden „The Metal Opera“-Scheiben haben mich vom ersten Ton an gefesselt, die Story ist schön geschrieben, da dachte ich irgendwann auch „Sowas möchte ich auch mal machen“!

Andreas (Metalfire-FM):
Kommen wir mal zu deinen lyrischen Komponenten. Wo holst du dir die Inspirationen für dein Songwriting?
Pat Weazle:
Ich tippe blind auf mein Keyboard und gucke, was da raus kommt. Manchmal sind das sogar ganze Wörter oder vollständige Sätze! So beantworte ich übrigens auch gerade die Fragen für das Interview ;-). Spaß beiseite (auch wenn’s schwer ist): Das aktuelle Album ist sehr durch die Story geprägt, die wiederum ist beeinflusst von allem, was ich um mich herum wahrnehme. Die Leute, die ich in „Lack of Conscience“ beschreibe, kennt jeder – von der Arbeit, dem Studium, der WG oder einem x-beliebigen Bahnhof. Der „Heavenly Warrior“ ist sogar, ich muss es gestehen von DragonBall Z beeinflusst. Da gibt es die Figur „Mr. Satan“, ein angeblich superstarker Wrestler, der in Wahrheit überhaupt nichts drauf hat. Noch größer ist aber die Parallele zu Gilderoy Lockhart aus dem zweiten „Harry Potter“-Buch.
Aber ich schweife ab, sorry….
Die größte Inspiration ist immer das, was um mich herum passiert, der Umgang der Leute miteinander, eigene Sorgen und Nöte, aktuelle Krisen… alles kann zu einem Song werden, wenn die Muse da ist. Und wenn ich mal nichts zu meckern habe, schreibe ich auch gerne Songs über Brot oder Gänseblümchen, wenn ich darauf Bock habe.

Andreas (Metalfire-FM):
In diesem Jahr wurde dein Album “Thoughtless Journey” veröffentlicht. Wie zufrieden bist du mit dem Werk und wie haben es die Leute da draußen aufgenommen?
Pat Weazle:
Es ist ja quasi mein „Erstlingswerk“. Zwar habe ich vorher schon Demos (in Albumlänge) unter der „Renegade“-Flagge aufgenommen und rausgehauen, aber „Thoughtless Journey“ ist die erste Scheibe, von der ich sagen kann: Das ist ein richtiges Album.
Im Großen und Ganzen bin ich schon recht glücklich mit dem Werk, einfach, weil ich sehe und höre, dass 2 Jahre Aufnahmearbeiten und die unzähligen Stunden im Editing, Mixing etc. nicht umsonst waren. Der Sound ist nicht zuletzt dank des grandiosen Stem-Masterings von Sebastian Moser von den Grotesque Studios für eine Eigenproduktion nicht ohne. Klar denkt man hinterher immer „Oh, das und das hätte man noch anders machen können“; nur so hat man selbst den Anreiz, sich zu verbessern. Aber ich bin insgesamt wirklich zufrieden mit dem Ergebnis.
Die Reaktionen der Zuhörer (und Rezensoren) fallen wirklich enorm unterschiedlich aus. Die einen sagen „Boah, hammergeil, mehr davon!“, wie andere sagen „Ist das dein Ernst? Wie kannst du so etwas veröffentlichen?“. Ich denke, das steht und fällt auch ein wenig mit der jeweiligen Erwartungshaltung. Wer denkt „Oh, hier kommt Avantasia – The Metal Opera Pt. III“, der wird enttäuscht. Wer von einer rumpelnden Garagenproduktion ausgeht, wird positiv überrascht werden.
Was dabei aber sehr auffallend ist: Der Gesang von Jule (die übrigens auch das Mikro bei meiner Band „Beyond Redemption“ schwingt) spaltet die Gemüter. Die einen finden ihn unglaublich und individuell, die anderen beschweren sich, dass sie nicht wie Sharon den Adel von Within Temptation klingt. Watt soll ich sagen ich habe sie aus gutem Grund mit an Bord geholt, mir gefällt’s!

Andreas (Metalfire-FM):
Sind bei dir in nächster Zeit Live-Auftritte geplant?
Pat Weazle:
Mit dem Projekt „Renegade“ wird es erstmal nicht auf die Bühne gehen, das ist erstmal eine reine Studiosache.
Allerdings stehen bei meiner Band „Beyond Redemption“ im nächsten Jahr wieder ein paar Gigs an der erste davon am 3.2. in Gelsenkirchen mit Lyra’s Legacy, Dawn of Destiny und First Strike. Dazu habe ich noch kurz vorher Geburtstag, das wird also eine ordentliche Party werden, hoffe ich!

Andreas (Metalfire-FM):
Jetzt zum Ende des Jahres, Weihnachten steht vor der Tür, der Jahreswechsel steht bevor, wie war für dich das Jahr rückblickend und wie wirst du Weihnachten und Silvester verbringen?
Pat Weazle:
Das Jahr war insgesamt sehr wechselhaft, aufregend, aber zugleich wunderschön. Momentan passieren so viele schöne und schlimme Sachen gleichzeitig, dass es mir nicht möglich ist, das in einem Wort oder gar einem Satz zusammenzufassen. Am besten passt vielleicht „turbulent“.
Und dazu passend verbringe ich Weihnachten und Silvester ganz ruhig und besinnlich mit meiner Familie zuhause in Bochum. Vielleicht legen wir auch noch „Last Christmas“ auf, wenn wir Lust auf Ohrenbluten haben sollten.

Andreas (Metalfire-FM):
Zum Abschluss Pat, was möchtest du unseren Hörern noch für das neue Jahr mit auf den Weg geben?
Pat Weazle:
Glaubt an euch und vertraut euch. Lasst euch nicht von euren Zielen ablenken und verfolgt eure Träume, denn genau das ist es, was uns antreibt.
Oder – um es mit den Worten von Bill S. Preston, dem Ehrenwerten, und Ted, dem Nashorn, Logan zu sagen:
Bunt ist das Dasein und Granatenstark. Und: Volle Kanne, Hoschis!

Andreas (Metalfire-FM):
Dann möchte ich mich bei dir für das Interview bedanken und wünsche dir auf deinem musikalischen Weg weiterhin viel Erfolg und ein Frohes Weihnachtfest sowie ein guten Start ins neue Jahr.
Pat Weazle:
Ich bedanke mich bei dir für das Interview und die Chance, einige Sachen loszuwerden! Dir ebenfalls ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Rutsch (ich spare mir jetzt die blöden „Rutsch nicht zu weit“-Witze) in ein hoffentlich auch für dich und alle Hörer von Metalfire-FM erfolgreiches Jahr 2018!


Kontakt:
Facebook: https://www.facebook.com/Metalpat/

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen